Was tun, wenn das Objekt der Begierde hinter Glas hockt?

In „Das wundervolle Leben der Vögel” beschreiben die Autoren Monique Dossenbach-Astolfi und Hans D. Dossenbach (die sich auch in der Pferdefotografie - und das weltweit -, einen exzellenten Namen erwarben) Teile ihrer Ausrüstung, seinerzeit von Minolta, wobei die Kameras für größere Distanzen dann schon einmal mit „Telekanonen” von 400 Millimeter Brennweite (oder gar 800 er Optiken) bestückt wurde. Doch was ist, wenn der Vogel ganz nah ist, jedoch durch eine störende Glasscheibe von uns Fotografen getrennt ist?


Ein Dilemma, das uns vor allem in zoologischen Gärten häufig erwartet, wo knall-bunte Froschlurche, exotische Vögel und farbenfrohe Fische hinter störenden Glasscheiben eingesperrt sind. Natürlich machen uns hier Spiegelungen und Reflexe arg zu schaffen - und das selbst dann, wenn gar kein Blitzlicht benutzt wird!

Hier hilft es, wenn man recht nah an die Scheibe heran tritt, das Objektiv vielleicht sogar unmittelbar auf das Glas setzt. Dank Zoom-Objektiv kann das Motiv dann dennoch format-füllend in Szene gesetzt werden. Doch Obacht, dass bei der Aktion nicht die teure Optik ruiniert wird …

Schließlich könnte ein allzu enger Kontakt mit der Glasscheibe beiden - der Optik wie auch dem Behälter -, schaden. Am besten nutzt man daher so genannte Gegenlichtblenden. Die wurden zwar ursprünglich konstruiert, um draußen in der Natur bei grellem Sonnenschein störendes Streulicht abzufangen, können jedoch auch optimal bei der Vitrinen- und Vivarienfotografie genutzt werden:

Vor allem die „knautschbaren” Gegenlichtblenden aus Gummi lassen sich in beinahe jedem Winkel gegen die Behälterscheibe pressen, ohne dass diese oder das empfindliche Glas der Optik gefährdet werden. Das Beste: Sämtliche Spiegelungen sind wie weggezaubert, und es kann sogar - und das aus jedem Winkel (!) -, geblitzt werden.

Weniger zu empfehlen sind in unserem speziellen Fall übrigens die recht scharf-kantigen Gegenlichtblenden aus Plastik, die die Behälterscheiben verkratzen könnten und daher womöglich das Personal auf den Plan rufen. Bei dem sollte man ohnehin nachfragen, ob Blitzlicht überhaupt erlaubt ist. Manche Parks argwöhnen nämlich, dass die Tiere dadurch gestört werden könnten. Dann helfen nur noch ein Stativ und/oder eine Optik mit eingebautem Bildstabilisator.

Darf geblitzt werden, ohne dass man gerade eine Gegenlichtblende zur Hand hat, hilft übrigens ein einfaches physikalisches Gesetz. Der Einfallswinkel des Lichtes entspricht nämlich einem Ausfallswinkel, so dass man Glasscheiben dann auf jeden Fall in einem Winkel von etwa 45 Grad ausleuchtet!

Vögel oder Kleintiere, die hinter Glas hocken. Mit Gegenlichtblende kein Problem!




Fotos: Hoffmann

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