Viel heisse Luft um nichts!?

Immer wieder hören wir, dass Fotos, die gedruckt (oder anderweitig publiziert wurden), später zu heftigen Rechtsstreitigkeiten geführt haben. Vor allem dann, wenn Personen im Spiel waren. Denn prinzipiell ist es natürlich so, dass jedermann das Recht am eigenen Bild hat. Will meinen: Einfach wilde-fremde Menschen fotografieren und deren Bild(er) dann veröffentlichen, das kann ein Problem sein!


Vor allem natürlich dann, wenn eine Person im Mittelpunkt der Bildaussage steht, was auf jeden Fall gegeben ist, wenn der- oder diejenige formatfüllend in Szene gesetzt wird. Ein einsamer Wanderer in einer weiten Dünenlandschaft wird dagegen eher unproblematisch sein, da hier die Natur das Hauptmotiv abgibt.

Ebenso kann/könnte das Recht am eigenen Foto ausgehebelt werden, sobald eine größere Gruppe im Bild ist. Ganz einfach, weil hier niemand mehr die zentrale Bildaussage darstellt. Wobei, das darf man ohnehin sagen, die Problematik mitunter auch überschätzt wird. So habe ich im Alltag eines Foto-Reporters meist mehr willige „Models” zur Verfügung, als tatsächlich Platz in der Zeitung zur Verfügung steht. Hier ist es in der Tat so, dass man eher angesprochen wird, warum denn andere und nicht die eigene Sport- oder Kindergruppe fotografiert wurde … im Pressealltag, besonders was die regionale Berichterstattung angeht, ist es daher auch absolut unüblich, dass ein schriftlicher Vertrag mit den Abgebildeten formuliert wird.

Dennoch erfordern es natürlich Anstand und guter Ton, dass zunächst gefragt wird. Vor allem bei Konzerten und Auftritten, wo es sein kann, dass zumindest Blitzlicht verpönt ist!

Heikel wird es natürlich dann, wenn Fotos nicht allein zur Illustration redaktioneller Texte genutzt werden. Ein Einsatz in der Werbung etwas stellt ein ganz anderes „Kaliber” dar und kann (zumindest dann, wenn sich die abgebildete Person übervorteilt sieht und/oder sich so gar nicht mit dem Produkt identifizieren mag) rasch ein Problem werden. Auch Abbildungen von (halb)nackten Personen haben - bei aller Freizügigkeit unserer modernen Zeit -, schon wiederholt die Gerichte beschäftigt. Speziell in der Aktfotografie (auch bei Workshops, die nicht immer automatisch ein Veröffentlichungsrecht für die dort geschossenen Fotos enthalten!) wird man also ganz genau im Vorfeld abklären, was erlaubt und was tabu ist.

Auch die meisten Agenturen verlangen, dass der Bildautor einen Model-Vertrag vorlegt und die Agentur von eventuellen Forderungen frei stellt!

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