Wenn das Gitter einfach weg getrickst wird!


Fritz Pölking, eine der großen Legenden der Naturfotografie, hat Gehege und zoologische Gärten einmal als „Spielwiese” bezeichnet, ein Ort, an dem für die Fotopirsch in freier Wildbahn geübt wird. Wobei uns hier, im Gegensatz zu Wald und Flur, natürlich Gitterstäbe und Maschendrahtzäune im Weg sind … und die sind manchmal so eng, dass man fast verzweifeln könnte. Aufs erste unvorstellbar, wie hier ein brauchbares Foto entstehen soll. Denn nicht immer findet man Lücken und Nischen, durch die man das Objektiv der Kamera zwängen kann, so dass man dennoch freie Sicht hat. Eine Methode, die ohnehin nur bei zahmen Tieren in Betracht kommt.&nbsp;</span><br /><a name='more'></a><br /><span style="font-family: Times New Roman;">Denn selbst bei Papageien stellt der mächtige Krummschnabel eine gefährliche Waffe dar, die nicht nur die Kamera, sondern auch unsere Hände (die Vögel könn(t)en einen Kinderfinger mühelos abzwicken!) in Gefahr bringt. Auch Laufvögel wie Emus sind dafür bekannt, dass sie schmerzhaft und blitzschnell zubeißen. Was also kann getan werden?</span><br /><span style="font-family: Times New Roman;">Nun, der Weg zu guten Fotos führt hier über ein bisschen fotografisches Grundwissen. Denn je weiter man (s)ein Objektiv aufblendet (für Fotoneulinge: kleine Blendenzahlen), desto geringer wird die Schärfentiefe des Fotos. Vorder- und Hintergrund (und damit auch das Gitter) verschwimmen dann zur Unkenntlichkeit, während nur das eigentliche Motiv scharf im Bild ist. Schwer vorstellbar, dass die Schneeeule auf unserem Beispielfoto hinter engmaschigem Draht saß!</span><br /><span style="font-family: Times New Roman;">Am besten funktioniert dieser Trick mit Teleobjektiven, die ohnehin bereits von Haus aus eine geringere Schärfentiefe als eine Weitwinkeloptik aufweisen. Zudem darf das Tier natürlich nicht unmittelbar hinter dem Gitter auf und ab laufen, sondern sollte weiter im Gehege entfernt sein.
Wichtig: Besonders sorgfältig - am besten von Hand und auf das Auge des Tieres - scharf stellen. Sondern wäre alles doch noch vergebens. 
 Foto: Hoffmann

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