Das Spiel mit dem glitzernden Nass

“Aus dem Wasser ist alles geworden!” So lehrte der Naturphilosoph, Mathematiker und Staatsmann Thales von Milet. Dabei begegnet uns Wasser in unendlich vielen Formen. Gefroren als Schnee. “Ruhend” in Form von Tautropfen, die in den Gräsern hängen. Kleine “Brenngläser”, in denen sich - sobald die Sonne aufsteigt -, das Licht bricht. Sanft “bewegt” in Form von leise gluckernden Bächen. Oder auch rasend schnell - quasi im freien Fall -, in Form jener ungebändigten Wogen, die an Klippen und Wasserfällen in die Tiefe stürzen.


Wasser kann in tiefen unergründlichen Bergseen tief-blau schimmern oder uns, an flachen tropischen Lagunen, türkis bis grünlich entgegen schimmern … und Wasser kann auf viele verschiedene Arten fotografiert werden. Das kommt auch und gerade darauf an, wie wir das Wasser darstellen wollen: “Ab 1250 Sekunde wird fließendes Wasser größtenteils scharf dargestellt. Bei 11000 Sekunde entsteht der Eindruck “eingefrorenen” Wassers”, schreibt der Designer und Fotograf Reinhard Eisele. In (s)einem Buch über die Landschaftsfotografie rät der dazu, Schärfe und Unschärfe gezielt zu nutzen, jedenfalls dann, wenn es um “Wege zur professionellen Qualität” geht (ISBN 3-8043-5075-5). In der Tat zeichnet die Eigenbewegung des Wassers bei längeren Verschlusszeiten (kleiner als 130 Sekunde) einen feinen, weißen Schleier auf das Foto. Statt einzelner Tropfen kreiert das Fließen, Tröpfeln und Gurgeln einen geheimnisvollen, weißen Vorhang. Das setzt natürlich voraus, dass wir ein gutes, sprich: stabiles (Umkippen ist das Letzte, was wir in Wassernähe gebrauchen können!) Stativ im Gepäck haben.

Umgekehrt können, dank kurzer Verschlusszeiten (bei den modernen Kameras kein Problem!), selbst einzelne Spritzer noch scharf im Bild sein. Auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und der beabsichtigten Bildaussage. Auf unserem Beispielfoto wurde ein Mittelweg gewählt, allein schon deshalb, weil ja auch die jugendlichen Sportler und der Ball noch halbwegs scharf mit auf`s Bild sollten. Dank einer leichten Vogelperspektive (es wurde von schräg oben vom Beckenrand aus fotografiert) konnte das Geschehen ohne störenden Hintergrund in Szene gesetzt werden!

Foto: Hoffmann

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