Rastergrafik-Bildbearbeitungsprogramme im Vergleich

Das ist ein Thema, dass mir sehr am Herzen liegt, weil ich selbst in meiner Freizeit mit den unterschiedlichsten Bearbeitungsprogrammen arbeite. Dieses Mal geht es um Raster- beziehungsweise Pixelgrafikprogramme zur Bearbeitung. Im Internet gibt es auch laut Google viele Artikel zu diesem Thema, doch wirklich konkret wird niemand oder es werden sogar manchmal falsche Informationen verbreitet. Ich will hier einfach eine kurze Pro- und Contra-Liste zu den wichtigsten Programmen in diesem Bereich geben – Und die wichtigsten zwei Programme hier sind Adobe Photoshop und GIMP.

Was ich nicht als Plus- oder Minuspunkt anführe, ist die Bedienbarkeit der einzelnen Programme. Aus dem einfachen Grund, dass man sich in jedes Programm einarbeiten kann/muss, und diese Beurteilung meistens subjektiv ist.

Adobe Photoshop CS5

[ + ] Umfang
In der Pixelgrafik Bearbeitung gibt es kein Programm mit mehr Möglichkeiten. Man kann sowohl Bilder, als auch Fotos schnell und einfach bearbeiten. Wer es wirklich genau wissen will, findet hier die Antwort.
[ + ] Intuitiv
Mit Photoshop arbeitet es sich entspannter und dynamischer als mit GIMP. Man hat bei diversen Funktionen gleich eine Vorschau und sieht sofort was passiert. Bei GIMP muss man dann die entsprechende Aufgabe zuerst anwenden und dann rückgängig machen, wenn das Ergebnis einen nicht so zusagt.

[ - ] Preis
Auf der einen Seite kostet Adobe Photoshop für die Allgemeinheit über 1000 Euro. Alles andere als ein Schnäppchen. Auf der anderen Seite bekommt man auch unvergleichbare Qualität für das Geld.

GIMP

[ + ] Es kostet nichts.
GIMP ist Open Source. Das heißt es wird kontinuierlich von verschiedenen Personen weiterentwickelt und kostet nichts.
[ + ] GIMP ist (ziemlich) umfangreich
Für den allgemeinen Anwender hat GIMP doch ein gutes Repertoire an Funktionen, gerade wenn man dann noch einige Plugins installiert hat. Man hat hier die Möglichkeit Fotos und Bilder zu bearbeiten, man kann wie mit Photoshop auf mehreren Ebenen arbeiten. Man hat Filter, man kann Farben, Helligkeit, Kontraste, Ton und auch anderes ohne Probleme verändern. Es gibt auch die Möglichkeit der Autokorrektur von Farben und Helligkeit wie z.B. ein automatisches Red-Eye-Removal. Man hat somit mit GIMP auf jeden Fall im Vergleich zu Photoshop den Großteil abgedeckt, vielleicht fehlen einzelne Funktionen, doch der Großteil bleibt erhalten.

[ - ] Fehlende Unterstützungen
Unter anderem fehlt die CMYK Unterstützung. Gerade im professionellen Druckbereich wäre die CMYK Unterstützung, die die Grundlage des Vierfarbendrucks, bildet essentiell und das Fehlen ein K.O. Kriterium. Farben wirken im RGB nicht immer gleich, da moderne Drucker nur CMYK Patronen besitzen, dass heißt die RGB Farben werden zwar in CMYK umgerechnet, haben aber meist nur ein ähnliches Ergebnis. Arbeitet man vor allem mit webbasierten Anwendungen, reicht der RGB Modus aus. GIMP wurde auch genau dafür konzipiert. Auch fehlt unter anderem die Unterstützung für PAL und NTSC. Als Laie nutzlos, fehlt somit die Möglichkeit für TV Monitore Bilder ansprechend zu bearbeiten. Auch hat man mit GIMP nur 8bit pro Farbkanal zur Verfügung. Das mag für den Hobbygebrauch reichen, will man mehr Farbpracht kann das zu wenig sein. Manche Formatunterstützung wie das RAW-Format findet man auch hier vergeblich.

Andere Programme?

GIMPShop: Für diejenige, die schon mit Photoshop gearbeitet haben, gäbe es auch das Programm GIMPshop, dass eine ähnliche Bedienoberfläche wie Photoshop hat, aber auf GIMP aufgebaut ist. Auch wird das Programm von manchen Seiten und Usern hochgelobt. Das Problem: Das Programm wurde seit Version 2.2x nicht mehr aktualisiert mit der neuesten GIMP Version, es ist veraltet. Auf Wikipedia und dessen Link wird die Geschichte erklärt: Vor mittlerweile 6 Jahren wurde die Domain gimpshop.com von einer Person gekauft und unter falschen Namen mit Werbung zugemüllt. Das kann man auch nachsehen. Man befindet sich in einem Forum mit Threadtitel über GIMPshop und statt Fragen befinden sich dann Werbesprüche zu Zigarettenmarken, etc. Der wahre Entwickler von GIMPshop verlor daraufhin die Lust das Programm weiterzumachen und das Projekt hörte auf. GIMPshop ist keine Alternative mehr.

Krita: Lange Zeit war Krita der stärkste Konkurrent zu GIMP in Sachen Freeware. Meiner Meinung nach ist GIMP in allen Punkten aber besser, und weniger einfach. Nur zwei Sachen gefallen mir gut an Krita: CMYK (immerhin bis zu 16bit pro Farbkanal) Unterstützung was Vorteile im Druckbereich ermöglicht und auch die RGB Unterstützung ist besser (Bis zu 32bit pro Farbkanal.) Außerhalb davon bietet GIMP mehr Komfort und mehr Möglichkeiten. Krita könnte man auf Grund der Unterschiede zu GIMP eventuell zusätzlich nutzen.

Artweaver: Oft erwähnt und auf Grund der großen Ähnlichkeit zu Photoshop auch im Internet mehrfach genannt. Doch Artweaver ist weniger ein Bildbearbeitungsprogramm als ein Zeichenprogramm mit dem man verschiedene Malstile simulieren kann. Dachte am Anfang auch ein tolles Programm gefunden zu haben, doch nach einer Minute war schon klar, dass ich damit eher einen ArtRage Ersatz gefunden hatte.

FAZIT
Es gibt sicherlich noch einige Programme, die man erwähnen könnte, aber das wichtigste: GIMP ist auf jeden Fall ein gutes Programm und auch kleinere Firmen müssen nicht immer auf Photoshop zurückgreifen, in manchen Fällen aber – gerade im Druckbereich – wird man um Photoshop nicht herumkommen. Beide Programme können viel, und meiner Meinung nach gibt es keinen eindeutigen Gewinner.

Ein Tipp an alle Studenten: Adobe Programme gibt es meistens schon günstiger. Um die 300 Euro kostet eine Education Version von CS5 ohne Einschränkungen. Und nun noch einen Tipp an alle Nicht-Studenten. Eventuell schauen ob man eine alte Version von Photoshop findet, denn das Update zur neuesten CS5 Version kostet dann ebenso nur 300 Euro. So könnte man sich dann doch eventuell einige Euro ersparen.

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