Musik im Bild und Rhythmus im Blut

Ganz klar, es gibt sie, jene Konzerte, bei denen selbst Profifotografen nach wenigen Takten dezent aus dem Saal geführt werden. Hier geht es dann oftmals um Urheberrechte und darum, dass die Musiker (dabei entpuppt sich auch manchvermeintlich harte Rockband als empfindsame Künstlernatur!) nicht gestört werden (wollen). Gerade bei Mega-Stars gibt es da ganz unterschiedliche Marotten und Allüren, jene, die erst dann fotografiert werden wollen, wenn sie schon ein wenig „abgekämpft" und verschwitzt sind.<br /><a name='more'></a> Ebenso wie es Bands gibt, die die Fotografen mit ihren Teleobjektiven nach wenigen Liedern aus der Halle verbannen, um dann ungestört mit ihren Fans zu sein. Als Laie wird man hier erst gar nicht „zum Schuss" kommen, da beim Einlass von der Security auf Kameras und Camcorder kontrolliert werden.<br /><br />Aber zum Glück gibt es ja auch noch die kleineren Konzerte und all die Stadtfeste, wo die Bühne ebenfalls gerockt wird und Rhythmus in der Luft liegt. Hier sind es dann häufig Beleuchtung, die eigene Ausrüstung oder auch Zuschauer, die uns einen Strich durch die Rechnung machen. Apropos Ausrüstung: Am besten wäre natürlich ein Spiegelreflexsystem mit Wechseloptik, wobei man auch mit einer guten Kompaktkameras noch gut bedient ist.

Die benutzen Brennweiten reichen dabei von der Weitwinkeleinstellung (für Übersichtsaufnahmen) bis hin zur Teleaufnahmen, die einen einzelnen Musiker oder Sänger formatfüllend in Szene setzten. Der Vorteil dieser Optiken liegt vor allem darin, dass der oftmals unruhige Hintergrund (Reklametafeln, Equipment) dezent verschwimmt und die Bildaussage allein auf das eigentliche Motiv konzentriert wird.

Natürlich sollte man vorher fragen, ob Blitzlicht erlaubt ist. Denn mitunter wird auch bei kleineren Konzerten ein wahres Blitzlichtgewitter verpönt sein. Eine Alternative stellen dann lichtstarke Objektive und/oder höhere ISO-Werte dar. Wobei die unruhigen, mitunter grell-farbigen und unberechenbaren Lichteffekte nicht wirklich hilfreich sind. Denn plötzlich hat man da Schatten, wo eben noch grelles/helles Licht war. Hier helfen nur Bildserien, genaues Beobachten und rasches Reagieren. Am besten ist es, wenn man den Musiker oder die Sängerin der Begierde eine Zeit lang „in`s Visier” nimmt, mit der Kamera verfolgt und dann in einem günstigen Moment abdrückt.

Natürlich dürfen - Ehrensache -, andere Konzertbesucher nicht durch unser Tun gestört werden. Das heißt, dass man sich als Fotograf vor der Bühne „klein macht”. Auch dabei entstehen - schräg von unten nach oben -, tolle Perspektiven und schöne Fotos. Im Gegensatz dazu findet sich auch manchmal eine Empore, die ein Fotografieren von schräg oben, fast aus einer Vogelperspektive heraus, ermöglicht. Es kann, darf und sollte experimentiert werden!





Fotos: Hoffmann

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