Fotografieren an Familienfesten

Wenn eine Taufe, eine Kommunion oder Hochzeit ansteht, dann ist es nahezu unvermeidlich, dass derjenige, der eine gute Spiegelreflexausrüstung sein eigen nennt, als „Haus- und Hoffotograf” angeheuert wird. Eine Anfrage, die Ehre und Verpflichtung zugleich ist. Vor allem jedoch bedeutet sie jede Menge Arbeit, denn man wird - während die anderen feiern -, meist als „rasender Reporter” auf den Beinen sein!


Stellt sich als erstes die Frage, was überhaupt fotografiert werden soll!? Auch die kirchliche Feier? Dann müssen Eltern oder Brautpaar nachfragen, ob das überhaupt erlaubt ist. Denn es gibt Kirchengemeinden, in denen Knipsen während der Gottesdienste tabu ist!

Ist das Fotografieren an sich erlaubt, muss gefragt werden, ob auch das Blitzlicht „okay” ist. Ansonsten muss man mit dem Tageslicht leben, was in helle(re)n Kirchen und bei einer guten Ausrüstung oftmals auch gar kein Problem ist. Verfügt die Kirche dagegen nur über kleine, schießscharten-artige Fenster, dann kann es sein, dass wir ein Problem haben. Denn natürlich schadet es auch im digitalen Zeitalter der Qualität der Bilder, wenn die Lichtempfindlichkeit der Kamera bis zum Äußersten ausgereizt wird.

Abhilfe schaffen hier unter Umständen Objektive mit Bildstabilisator und/oder ein Einbeinstativ, denn Täufling, Kommunionkind oder Brautpaar werden ja nicht ständig in Aktion und Bewegung sein … und vielleicht ist es ja auch möglich, dass nach dem Ende der Messfeier noch nach Lust und Laune (und auch mit „Blitzlichtgewitter”) in dem Gotteshaus fotografiert wird!?

Doch natürlich erwartet unser „Auftraggeber”, dass auch bei der weltlichen Feier kein lohnenswertes Motiv und kein Gast verpasst wird! Das bedeutet, dass wir nicht nur die Eltern, sondern auch Großeltern und Paten mit dem nunmehr Getauften oder dem Kommunionkind in Szene setzen. Dazu ein Blick auf die reich gedeckte Festtafel. Das alles vor oder nachdem wir die ganze Runde vor der Tür porträtiert haben. Wir sollten also genügend Energiereserven - und das für Blitz wie auch Gehäuse (!) -, mit dabei haben. Zudem muss die Kamera stets einsatzbereit sein. Gar nicht so einfach, wenn Wein und Cola ausgeschenkt werden und Kaffee-Kannen die Runde machen. Denn schließlich sollte das gute Stück ja nicht mit Getränken (was dann erfahrungsgemäß niemand war!) benetzt werden …

… wenn möglich, soll dann häufig durch den privaten „Bordfotografen” auch gleich der Gang in ein Studio eingespart werden. Das bedeutet, dass das Kind oder Brautpaar im Stil eines (bzw. mehrerer) Porträts in`s rechte Licht gerückt wird. Gut eignen sich dazu Stadt- und Schlossparks, zur Not auch der eigene Garten. Wobei wir, wird in einer uns fremden Stadt gefeiert, auf die Tipps der Ortskundigen angewiesen sind. Hier können wir uns dann als Fotofans voll „ausleben” und unsere Kamera „bis zum Anschlag ausreizen”. Mit Teleoptiken und offener Blende, die das Kommunionkind oder die Braut vor dem Hintergrund (der nur dezent angedeutet wird) frei stellen. Daneben darf dann ebenso die Normaloptik mit ausreichend Tiefenschärfe benutzt werden. Jedenfalls dann, wenn eine blühende Hecke, ein schmuckes Gitter oder eine verwunschen anmutende Schlossmauer oder –treppe mit im Bild sind. Spielen Sie mit den Gegebenheiten vor Ort und dem festlich gewandeten Paar. Schließlich soll der Tag unvergessen bleiben. Und dazu werden dann gelungene Bilder ihren Teil beitragen!

Foto: Hoffmann




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