Iran will Internet ausschalten

Die iranische Regierung soll laut einem Bericht des Wall Street Journal die Abschaltung des Internets im eigenen Land planen. Stattdessen will die dortige Staatsgewalt ein rein nationales Netzwerk einführen, dass laut dem Sprecher des Wirtschaftsministeriums Ali Aghamohammadi „halal“ sein soll, also sich auf den ethischen und moralischen Grundregeln der islamischen Welt konzentrieren soll.

Zunächst wird das neue Netzwerk mit dem Internet noch parallel bestehen, sodass Firmen noch auf alles zugreifen können und um so die Infrastruktur möglichst zu schützen. Der Iran führt schon seit langer Zeit eine starke Zensur durch, es scheint jedoch so, dass die Regierung nicht mehr nachkommen kann und so auf die Idee des neuen nationalen Netzwerkes kommt. Die Abschaltung wird vermutlich aber auch dem Land starke wirtschaftliche Schäden zufügen, da damit zu rechnen ist, dass mit der Isolation des Landes auch der Außenhandel und Investitionen stark abnehmen werden. Genaueres könnt ihr noch auf heise.de nachlesen.

Ähnliches geschah schon vor einigen Monaten in Ägypten und führte zu einem digitalen Blackout des Landes. Dies führte unter anderem zu einer Revolution der Bürger des Landes und weltweiten Protesten. Auch in Ägypten hatte das Abschalten des Internets auch wirtschaftliche Schäden nach sich gezogen. Ganz abgeschaltet wurde dort das Internet jedoch nicht, schließlich hatte die dortige Regierung zwar Unterstützung von den vier großen Providern, aber Informationen wurden weiterhin über Amateurfunk und klassische Modemverbindungen ausgetauscht.

Die Frage ist: Wie werden sich die Iraner hier verhalten? Man darf bezweifeln, dass es hier zu ähnlichen Unruhen kommt wie in Ägypten, doch wie weit darf eine Regierung gehen?

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