Europaweite Demonstrationen gegen ACTA

In ganz Europa wurde heute Nachmittag gegen das umstrittene Abkommen ACTA demonstriert. Der ORF berichtet, dass allein in Wien zwischen 3.000 und 4.500 Menschen auf dem Stephansplatz gegen das Gesetz auf der Straße gestanden sind. In Deutschland wurde sogar in rund 60 deutschen Städten protestiert, wobei alleine in München rund 16.000 Menschen protestiert haben. Das Ziel lautet eindeutig: "ACTA ad Acta!"

Die Gruppe Anonymous hatte heute zu internationalen Protesten aufgefordert und wurde von einigen Organisationen und Parteien wie den Piratenpartein oder den österreichischen Grünen
unterstützt. Der internationale Koordinator der Anti-ACTA Demonstrationen, Sebastian Radtke, ging davon aus dass weltweit zwischen 150.000 und 200.000 Demonstranten gegen das Gesetz aufmarschieren werden.

Andrian Kreye bringt es in seinem Blogeintrag über ACTA auf dem Punkt: Grundsätzlich ist eine Diskussion bezüglich des mittlerweile veralteten Urheberrechts begrüßenswert, doch ACTA klärt grundlegende Fragen nicht und ist nicht eindeutig genug formuliert. So ist zu fürchten, dass verschiedene Unternehmen das neue Abkommen als Mittel zur Zensur missbrauchen könnten. Man fürchtet die Beschneidung der Freiheit und das ist auch der Grund der weltweiten Proteste.

Die Diskussionen der letzten Wochen und auch die andauernden Proteste können aber auch schon erste Erfolge feiern: So haben mittlerweile 5 europäische Länder auf eine Unterschrift des Urheberrechtsabkommens verzichtet: Polen, Tschechien, Slowakei, Lettland und Deutschland. Das Ziel der Bewegung ist ACTA zu stoppen, aber auch die Aktivisten wollen, dass über das Urheberrecht öffentlich gesprochen wird.

Bildquelle: APA/EPA | Quelle: ORF, ZEIT.de, DiePresse
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