Laptop Akkus aus Holzabfall?


Ein klebriger, brauner Schleim könnte in Zukunft eventuell die billige Alternative für Kobalt sein. Dieses seltene und teure Metall wird bei der Herstellung von Akkus und Batterien als Kathode verwendet. Daher ist diese Elektrode die kostenschwerste Komponente eines Speichers für elektrische Energie. Den Ersatz haben schwedische Wissenschaftler nun in einem matschigen Abfallprodukt der Papierherstellung gefunden.

Quelle: gizmodo.de

Bei der Produktion von Papier mit dem sogenannten Sulfitverfahren entsteht aus den Holzabfällen der bisher namenlose Matsch. Da er unter anderem viel Ligninsulfonate und Hemicellulose enthält ist er entflammbar, und wird meist auf diesem Wege entsorgt.

Die Entdeckung einer sinnvolleren Verwendung als mögliche Kathode in Akkus und Batterien haben wir Olle Inganas und Grzegorz Milczarek zu verdanken. Erstgenannter ist Professor in der Linköping Universität in Schweden. Sein an der Forschungsarbeit beteiligter Kollege kommt von der Poznarí Universität in Polen. Die Ligninsulfonate entstammen aus den Zellwänden der verwendeten Hölzer, und können weiter gespalten werden in Quinone. Diese Moleküle sind bereits aus der Photosynthese bekannt. Quinone sind elektrisch leitfähig und übernehmen bei der pflanzlichen Energiegewinnung aus Sonnenlicht die Aufgabe des Elektronentransports. Um daraus eine funktionstüchtige Kathode herzustellen wird der kostengünstig bearbeitete Matsch mit einem leitenden Polymer umschlossen. 

Über die Leistung der ersten Akku-Prototypen mit “Holzabfall”-Kathode ist noch nichts genaueres bekannt. Außer, dass der Akku seine Ladung im Ruhezustand innerhalb weniger Stunden verliert. Allerdings sind die Wissenschaftler zuversichtlich den Akku weiter stabilisieren zu können, und so einen vergleichbaren aber wesentlich billigeren Ersatz für Kobaltkathoden bieten zu können.

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