Google in Kalifornien vor Gericht

Das mobile Betriebssystem Android sorgt seit einiger Zeit für einen heftigen Streit zwischen Oracle und Google, welcher jetzt vor einem kalifornischen Gericht landete. Oracle wirft Google dabei direkt zu Prozessbeginn Ideenklau vor, dabei gilt Google als Entwickler dieses Systems. 


 Hintergrund dieses Vorwurfs sind scheinbar Emails, die jetzt auch dem Gericht vorgelegt wurden, aus denen scheinbar hervorgehen soll, dass unter anderem auch dem heutigen Konzernchef Larry Page, welcher damals noch als Manager fungierte, bewusst war, dass Google für Teile der Java Software Lizenzen hätte erwerben müssen. Diese Aussage soll durch den elektronischen Schriftverkehr zwischen beiden Parteien belegt werden.



Die Grundlage dieses Streits ist Java, eine Programmierumgebung, die seinerzeit von Sun Microsystems entwickelt und auf den Markt gebracht wurde. Diese Firma wurde im Jahre 2010 von Oracle übernommen und mit ihr auch die Rechte an der Java Software. Somit ist Oracle nun Inhaber dieser Rechte und pocht darauf, dass Google eben jene geforderten Lizenzen hätte erwerben müssen, da Teile des Android Systems auf Java Funktionen basieren. 

Google hingegen sieht keine Urheberrechtsverletzung als gegeben an und geht auch gegen Oracle vor, da die zwei Patente gegen Android einsetzen wollen. So wird dieser Streit wohl noch eine Weile andauern, nicht zuletzt auch, das der Oracle Anwalt den Geschworenen eine gut 90 Seiten umfassende Online Präsentation auftischte, die neben Zitaten auch Fotos der Google Manager beinhaltet und Video Mitschnitte Aussagen aufführt.

Wenn es nach Oracle geht, so werden auch bald die Google Firmenchefs selber vor Gericht aussagen müssen. Seine Schadensersatzansprüche von etwa sechs Milliarden Dollar musste Oracle jedoch schon auf gut eine Milliarde reduzieren. Auch wenn der Richter momentan eine außergerichtliche Einigung herbeiführen will, so könnte es doch rein theoretisch durchaus auch zu einem Verkaufsverbot  für Android kommen.
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